Auf dem Weg zur klimaneutralen Seeschifffahrt: Die IMO-Strategie 2023
Der Transport mit einem kommerziellen Seeschiff ist vergleichsweise günstig und umweltschonend. Aufgrund der enormen Menge an transportierten Waren verursacht die Seeschifffahrt etwa 3% der weltweiten CO2-Emissionen. Die Fracht- und Passagierschiffe verwenden dabei überwiegend Schweröl (auch als «HFO» – Heavy Fuel Oil bekannt) und Marinediesel; die Verbrennung dieser Kraftstoffe verursacht hohe Schadstoffemissionen. Die Strategie der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) vom Jahr 2023 soll die Auswirkungen der Schifffahrt auf den Klimawandel verringern.

Um die Auswirkungen der Schifffahrt auf den Klimawandel zu verringern, hat die IMO im Jahr 2023 im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen die Reduktion von Treibhausgasemissionen in der Seeschifffahrt beschlossen. Die Schweiz unterstützt die Ziele der IMO. Sie stehen im Einklang mit der der Maritimen Strategie der Schweiz (2023–2027).
Ziel der Reduktionsstrategie der IMO ist es, bis 2050 Netto-Null-Emissionen im Seeverkehr zu erreichen und die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Etappenziele dafür umfassen:
- Bis 2030: Reduktion der Emissionen um 20-30%, Effizienzsteigerung von 40% und Marktanteil von 5-10% von treibhausgasfreien oder treibhausgasarmen Kraftstoffen oder Energiequellen;
- Bis 2040: Reduktion der Emissionen um 70-80%;
- Bis 2050: Erreichen von Netto-Null-Emissionen.
Um diese Ziele zu erreichen, verfolgt die IMO einen umfassenden Ansatz mit einer Vielzahl von Massnahmen. Diese beinhalten insbesondere:
- Steigerung der Effizienz von Seeschiffen zur Minimierung des Energieverbrauchs;
- Einführung alternativer, treibhausgasfreier und treibhausgasarmer Kraftstoffe und Technologien (wie Wasserstoff und Ammoniak, aber auch Windkraft);
- Förderung von Forschung, um die Entwicklung neuer Technologien und sauberer Energiequellen für die Schifffahrt zu beschleunigen;
- Unterstützung von Entwicklungsländern, insbesondere kleinen Inselstaaten und weniger entwickelten Ländern, beim Übergang zu emissionsarmen Schifffahrtstechnologien;
- Einführung marktwirtschaftlicher Mechanismen wie Emissionshandelssysteme oder Kohlenstoffbepreisung, um finanzielle Anreize für Emissionsreduktion zu schaffen.
Die Umsetzung der IMO-Strategie erfordert eine enge internationale Zusammenarbeit, da die Schifffahrt ein wesentlicher Pfeiler des globalen Handels ist. Erste kurzfristige Massnahmen zur Effizienzsteigerung hat die IMO bereits umgesetzt. Weitere Massnahmen, insbesondere ein technischer Treibstoffstandard, der die Treibhausgasintensität eines Kraftstoffes festlegt, sowie eine universelle Treibhausgasabgabe, sind Gegenstand von Verhandlungen. Das Schweizerische Seeschifffahrtsamt (SSA) beteiligt sich aktiv an diesen Verhandlungen und vertritt die Schweizer Interessen.
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